Ausstellung

 

" Ich bin anders, als Du denkst. "

Down - Syndrom - Ein Menschenbild im Wandel

 

 

In Zusammenarbeit mit Down - Kind e. V., München und dem Fotografen Andreas Bohnenstengel.

 

Am Freitag, dem 02.Februar 2001 wurde in den Räumen des Rathauses Elberfeld der erste von drei ständigen Ausstellungsstandorten eröffnet.

Es folgten am Sonntag, dem 04. Februar der zweite Standort , das Kirchen - Café der Gemarker Kirche in der Zwinglistraße im Stadtteil Barmen.

Am Dienstag, dem 06. Februar vervollständigte dann das Programmkino "Cinema", Berliner Straße 88 im Oberbarmen das Ausstellungsprojekt.

 

Alle Ausstellungsgastgeber wurden auch in das breit gefächerte Rahmenprogramm zur Fotoausstellung einbezogen:

  • Internetbericht zur Ausstellung auf der stadteigenen Homepage www.wuppertal.de
  • Infostand in der benachbarten Rathausgalerie
  • Autorenlesung und themenbezogener Gottesdienst in der Kirche
  • Sondervorführungen im Kino

 

Vorgestellt wurden insgesamt 30 eindrucksvolle grossformatige schwarz - weiss Portraitfotografien des Münchner Fotografen Andreas Bohnenstengel.

Sie zeigen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Down-Syndrom.

Begleitet werden die Bilder von ganz persönlichen Aussagen der Portraitierten. Mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens, den sie selbst oder mit Unterstützung beantwortet haben, entsteht ein kurzer Bericht über Familie, Freunde, Hobbys, Träume, Gefühle, Schule, Beruf etc.

Jeder kann sich selbst in diesen Antworten wiederfinden.

Aber manches was für uns Alltag und selbstverständlich ist, bleibt für Menschen mit DS ein Wunsch oder Traum, der nur schwer oder gar nicht verwirklicht werden kann.

 

Ergänzt werden die wunderbaren Fotos und bewegenden Interviews durch Zitate, Beschreibungen, Erklärungen, Texte und Bildmaterialien zum Thema.

Beginnend mit dem 1. Jahrhundert vor Christus bis heute spannt sich der Bogen: Medizin, Wissenschaft, Ethik, Kunst, Geschichte und Politik stehen im Dialog und gewolltem Kontrast zu "realen Menschen " mit DS.

 

Hervorzuheben sind hierbei die Fotografien und die wissenschaftlichen Arbeiten von Dr. John Langdon-Down.

Er beschrieb als Erster das heute nach ihm benannten Syndrom. Obwohl 1866 niemand etwas über dreifach vorhandene Chromosomen, geschweige denn Gentechnik wußte, definierte er mit erstaunlicher Genauigkeit die Merkmale, Eigenschaften und Probleme von Menschen mit DS sowie die medizinischen Besonderheiten der Trisomie 21. Er regte ebenso erstmals die gezielte Förderung dieser Menschen an.

Den Begriff des "Mongolismus " mit seinen Ableitungen, der auch heute immer noch fälschlicherweise benutzt wird, prägte er ebenfalls. Die Anlehnung an den mongolischen Rassetypus ist absolut unzutreffend ! Menschen mit DS zeigen keine Gemeinsamkeiten mit Mongolen !

 

Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei den Informationen über die besonderen genetischen Gegebenheiten der Menschen mit DS. Insbesondere sind dies Fragen, die sich aus der aktuellen Entwicklung der immer weiter fortschreitende Entschlüsselung des menschlichen Genoms und seiner möglichen Beeinflußung ergeben.

 

Zur Ausstellungseröffnung im Rathaus Elberfeld sprachen ein Vertreter der Stadt Wuppertal und die Sprecherin des "Arbeitskreises Down - Syndrom, Wuppertal " Frau Katrin Peters.

Die Frauenärztin erklärte: " Wir müssen dringend zeigen, daß auch ein Leben mit Beeinträchtigung ein lebenswertes Leben ist. " Sie betonte auch die große Unterstützung, die die Initiatoren der Wanderausstellung in Wuppertal erhielten. An vorherigen Ausstellungsorten sei das nicht immer so gewesen. " Am wichtigsten ist es, daß Menschen mit DS Anerkennung finden, daß sie genau da sein können, wo wir auch sind. "

 

 

 

 

Manuel Honeit

 

 

 

Musikalisch umrahmt wurde das Event von Manuel Honeit. Der zwanzigjährige junge Mann spielte zur Eröffnung auf der Flöte und begeisterte seine Zuhörer. Auch er hat das Down - Syndrom.

Er beweist, daß die Vorstellungen der Öffentlichkeit über Menschen mit DS, die es gab und gibt, im alltäglichen Umgang miteinander revidiert werden müssen.

Diese hiesige Presse würdigte ihn dementsprechend in einem Artikel.

 

Abschliessend wurde auch der bereits aufgebaute Stuhlkreis in die Eröffnung einbezogen.Die Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums mit ihrem Lehrer Herr Wintersohl besuchten die Ausstellung und fassten ihre Eindrücke zusammen. Sie hatten sich bereits im Deutschunterricht mit Lyrik, geschrieben von Jugendlichen mit DS beschäftigt.

Gemeinsames, aber auch Trennendes wurde entdeckt. Die bildreiche Sprache der Dichter und der Interviewten, auf den Fotografien, wurde betont. Aber auch die Worte aus dem Alten Testament " Du sollst Dir kein Bildnis..... machen........." ( 5. Mose 5,8 ) wurden angesprochen.

 

Eine Aktion, die das gesamte Ausstellungsprojekt und das begleitende Rahmenprogramm verbindet, ist die grosse Fotowand mit dem Motto " Alle sind verschieden ".

Besucher können sich von den Mitgliedern des " Arbeitskreises Down - Syndrom, Wuppertal " fotografieren lassen und so selbst Teil der Ausstellung werden. Hunderte von Fotos bedeckten am Ende die transportable Wand.

 

Die Eltern des Arbeitskreises standen als kompetente AnsprechpartnerInnen zur Verfügung - sowohl in den Ausstellungsräumen wie auch anschliessend mit den Mitarbeiterinnen der Wuppertaler Frühförderstelle am gemeinsamem Infostand in der nahen Rathausgalerie .

 

Am Bücherstand... Fotos der Ausstellung

 

Wenn sie ausführlichere künstlerische Informationen zur Fotoaustellung mit Bildbeispielen sowie zur Entstehungsgeschichte und Ausleihmodalitäten haben möchten, dann klicken Sie bitte die Seite " Einblicke " an.